Ethnologie
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Prozesse der Subjektivierung und Selbst-Bildung von mit Familie geflüchteten Mädchen in Deutschland

 

Dieses Projekt betrachtet die Subjektivierung geflüchteter Mädchen und junger Frauen zwischen 15 und 21 Jahren, die in der (ethnologischen) Forschung unterrepräsentiert sind. In ihrem Alltag begegnen ihnen teils miteinander verknüpfte Vorstellungen sozialer Differenz wie Alter, Klasse, Geschlecht, Ethnizität bzw. Nationalität oder Religion. Damit verbunden begegnen ihnen Erwartungen, wie sie sich entsprechend dieser Zuschreibungen zu verhalten haben. Ihr individuelles Selbstverständnis wird dabei selten erfragt und berücksichtigt. Besondere Aufmerksamkeit widmet das Projekt der Verknüpfung von Genderstereotypen mit Kulturalisierungen bzw. Ethnisierungen in alltäglichen Praktiken des everyday bordering (Yuval-Davis). In der Forschung werden Ansätze aus der Theorie der Subjektivierung zum Zusammenspiel von Anrufung und Selbst-Bildung, Überlegungen zur Produktion von Differenz in Intersektionalitäts- und kritischer Migrationsforschung sowie ethnologische Diskussionen um Handlungsmacht als Ausgangspunkte genutzt, um das Geflecht von Anrufungen, in dem sich die Mädchen bewegen, zu beschreiben und um über die Möglichkeiten und Grenzen von Handlungsmacht im Rahmen diskursiv vorgegebener Subjektpositionen nachzudenken. Die Untersuchung der Subjektivität und „alltäglichen“ Erfahrung junger geflüchteter Frauen soll dazu dienen, im Sinne einer „cultural critique“ (Marcus/Fischer), Alternativen zu verallgemeinernden Erklärungsversuchen und Homogenisierungen von „Flüchtlingen“, insbesondere „Flüchtlingsmädchen“, in der deutschen Gesellschaft aufzuzeigen.

Projektteam: Prof. Dr. Martin Sökefeld (Leitung) und Beatrice Odierna, MA (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (SO 435/15-1)


Servicebereich