Ethnologie
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Workshop

Willkommenskultur in der deutschen Migrationsgesellschaft:           Flucht, Asyl und Regulierungspraxis 

Workshop am Institut für Ethnologie der LMU München, 2. und 3. Februar 2018

Im Sommer 2015 war Deutschland euphorisch. Tausende Menschen hießen an Bahnhöfen und Grenzübergängen ankommende Flüchtlinge mit Blumen und Süßigkeiten willkommen; die deutsche Kanzlerin hatte knapp einer Million Flüchtlingen die Einreise ermöglicht und vorübergehend die Dublin-Regelung außer Kraft gesetzt. Ihre Worte "Wir schaffen das" auf der Sommer-Pressekonferenz wurden zur Chiffre einer "neuen Willkommenskultur", die in der politischen Auseinandersetzung wiederholt mit Zielen und der Umsetzung "europäischer Kernwerte" wie "Frieden, Menschlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit" (Vizekanzler Sigmar Gabriel) verknüpft wurde.

Seit dem "Wir schaffen das" sind zwei Jahre vergangen. Es ist viel passiert, wie die Vorfälle zum Jahreswechsel 2015/16 in Köln oder die Anschläge in Würzburg, Ansbach und Berlin im Verlauf des Jahres 2016. Trotz der problematisierenden Diskurse sind nach wie vor viele Menschen als Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Der Workshop möchte das Thema aufgreifen, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und vor dem Hintergrund der aktuellen Situation mit den Werkzeugen und Begriffskonjunkturen der rezenten kulturwissenschaftlichen Migrationsforschung konfrontieren: Was ist von der Willkommenskultur geblieben? Wie hat sich der gesellschaftliche Umgang mit Geflüchteten in Deutschland entwickelt?

Wir sind an Beiträgen interessiert, die theoretisch-konzeptionelle Überlegungen überzeugend mit Empirie und Ethnographie verbinden. Der Workshop richtet sich in erster Linie an Doktorandinnen und Doktoranden der verschiedenen Disziplinen der Flüchtlingsforschung. Beiträge, die auf die folgenden Leitfragen eingehen, aber auch darüber hinaus die komplexen Felder Migration, Flucht und Asyl diskutieren, sind herzlich willkommen.

Die Keynotes des Workshops werden von Prof. Boris Nieswand (Tübingen) und Dr. Serhat Karakayali (Berlin) gehalten.

Der Call for papers für den Workshop findet sich hier.

Bis zum 20. Oktober 2017 sind Interessierte herzlich zur Einreichung von Abstracts im Umfang einer Seite und eines Kurz-CVs eingeladen. Die Beiträge werden bis Ende Oktober ausgewählt. Die Unterkunft während des Workshops wird gestellt, Anreisekosten können bis 150 Euro p. P. erstattet werden. Drei Wochen vor dem Workshop müssen schriftliche Kurzfassungen der Beiträge eingereicht werden; sie werden unter den Vortragenden zirkuliert. Die Publikation der Ergebnisse ist geplant.

 

Organisation: Diana Sherzada (MA); Prof. Dr. Martin Sökefeld

Alle Korrespondenz bitte an diana.sherzada@ethnologie.lmu.de

Wir danken dem Graduate Center der LMU für die finanzielle Förderung des Workshops.


Servicebereich