Ethnologie
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Die Amerikas - Forschungen am Institut für Ethnologie der LMU München

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Die Amerikas am Institut für Ethnologie

Das Institut für Ethnologie an der LMU ist eines der wenigen Institute im deutschsprachigen Raum, das die Amerikas in ihrer Gesamtheit abbildet. Nord-, Meso- und Südamerika sowie die Karibik — daher der Ausdruck „die Amerikas“ — sind in Lehre und Forschung regelmäßig vertreten. Fünf Schwerpunkte machen das Amerika-Profil des Instituts aus:

  • Mensch-Umwelt-Beziehungen
  • Urbane Lebenswelten
  • Indigene Sprachen: Ethnolinguistik, Mehrsprachigkeit, Sprachpolitik
  • Transpazifische Kulturbeziehungen: Indigenität, Netzwerke, Museen, Archive
  • Ausbau kooperativer Lehr- und Forschungsstränge

Amerika in seiner Gesamtheit zu denken geht von der präkolonialen, bis heute fortdauernden indigenen Präsenz auf dem Kontinent aus. Diese Perspektive unterscheidet die Ethnologie von stärker sprachbasierten Kulturwissenschaften, die sich eher entlang der kolonialzeitlichen Grenzen definieren, z.B. Anglistik / Amerikanistik oder Hispanistik / Lateinamerikanistik.

Aufgrund der wechselvollen Besiedlungs- und Kolonisierungsgeschichte weist der amerikanische Kontinent eine außerordentliche kulturelle und sprachliche Dynamik auf. Die Ethnologie eignet sich in besonderer Weise dafür, diese enorme Vielfalt zu erschließen. Große Bevölkerungsteile gelten als mestizisch, d. h. sie haben sowohl indigenes als auch europäisches Erbe, und bilden in vielen Regionen die Bevölkerungsmehrheit. Die Eigendefinition dieser Bevölkerungsteile kann allerdings stark variieren und ist nicht zuletzt abhängig vom gesamtgesellschaftlichen Kontext und den regionalen politischen Konstellationen. Hinzu kommen sehr diverse afroamerikanische Kulturen sowie diasporische Gemeinschaften asiatischer Herkunft. Die mit großer Brutalität von verschiedenen europäischen Staaten ausgehende Unterwerfung des Kontinents nahm in Nordamerika und dem südlichen Drittel Südamerikas die Form von Siedlungskolonien an, in deren Nachfolgestaaten sich eine europäischstämmige kulturelle Hegemonie herausbildete, die jedoch von den dortigen indigenen und afroamerikanischen Gemeinschaften beständig und in zunehmendem Maße in Frage gestellt wird.

Bereits während der Etablierung der Ethnologie als wissenschaftliche Disziplin spielten die Amerikas eine bedeutende Rolle, denn dort wurde ab dem 19. Jahrhundert kulturelle Vielfalt nicht in fernen Kolonien, sondern in den Grenzen der eigenen Nationalstaaten dokumentiert. In Mesoamerika und im Andenraum entfalteten sich zudem ethnographische und archäologische Forschungen in ständigem Austausch miteinander. Auch für die Analyse globaler Dekolonialisierungprozesse ist der amerikanische Kontinent zentral. Bereits ab Ende des 18. Jahrhunderts rebellierten weite Teile der Amerikas gegen die kolonialen Abhängigkeit und etablierten Nationalstaaten, die allerdings ihrerseits zu kolonialen Akteuren nach Innen (Vertreibung, Assimilierung oder Ausrottung indigener Gemeinschaften) und im Falle der USA auch nach Außen (z. B. durch Annexion von Hawai’i und Puerto Rico) wurden.

Indigene und afroamerikanische Widerstandsformen, deren teils erfolgreiche Verteidigung von Territorien, auch vor dem Hintergrund des Ressourcenschutzes und der Biodiversität, und der Ausbau politischer Autonomien, sowie die Vernetzung sozio-kultureller Initiativen, zunehmend auch in urbanen Räumen, haben Vorbildfunktion für ähnliche sozio-kulturelle Bewegungen in postkolonialen Nationalstaaten weltweit. Nicht zuletzt ist die Ethnologie gefordert, die starken Migrationsbewegungen sowie die hohe Mobilität radikalisierter Religionsformen in den Blick zu nehmen, die zur soziopolitischen Transformation gesamter Nationalstaaten beitragen.

Das Institut legt besonderen Wert auf partizipative und interaktive Vermittlung dieser Themenvielfalt in der Lehre.  Etwa werden Lehrinhalte in enger Kooperation mit der Universidade Federal do Amazonas (UFAM) in Manaus in virtuell gestalteten Seminaren gemeinsam mit indigenen Studierenden und Lehrenden erarbeitet [https://www.ethnologie.uni-muenchen.de/schmankerl/manaus/index.html]. Neben umfassenden Forschungsprojekten, in denen einschlägige Themen vertieft werden, finden regelmäßig Workshops und Konferenzen zu den Amerikas statt, auf denen Studierende herzlich willkommen sind.


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