Ethnologie
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Ethnologie als Hauptfach (Magister Artium)

Hier finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

Grundstudium

Das Grundstudium - ca. 35 Semesterwochenstunden (SWS) - umfaßt, neben Vorlesungen mit einführendem Charakter und Lehrveranstaltungen freier Wahl, folgende Lehrveranstaltungen (insgesamt 11 SWS), die bei der Anmeldung zur Zwischenprüfung durch Vorlage eines erworbenen Scheins nachgewiesen werden müssen:

  • Vorlesung: "Einführung in die Ethnologie"
  • Einführungskurs: "Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens"
  • 4 Proseminarscheine, das heißt: Erfolgreiche Teilnahme an je einem Proseminar oder Sprachkurs aus zwei der folgenden Gebiete:
    • Methoden und Techniken der Feldforschung
    • Quellenkunde und Quellenkritik
    • Methoden der Ethnologie
    • Linguistik- oder Sprachkurs
  • Erfolgreiche Teilnahme an je einem Proseminar aus zwei der folgenden Gebiete:
    • Wirtschaft, Gesellschaft, politische Systeme, Recht (Wirtschaftsethnologie und Sozioethnologie)
    • Religion, Weltbild, Symbolsysteme, kognitive Systeme (Religionsethnologie)
    • Ergologie, Technologie, Kunst- und Musikethnologie

Für die Einordnung der Scheine in obige Gebiete ist nicht zwingend der Titel des Seminars ausschlaggebend, sondern das von den Studierenden jeweils bearbeitete konkreteThema — im Regelfall der Titel der Hausarbeit. Eine Absprache mit den Dozenten ist daher notwendig.

Die Zwischenprüfung ist schriftlich. Sie besteht aus einer dreistündigen Klausur, in welcher Grundkenntnisse über

  1. Theorien, Methoden, Geschichte und Sachgebiete der Ethnologie,
  2. Sozialethnologie,
  3. Religionsethnologie und
  4. Wirtschaftsethnologie

geprüft werden (siehe §58 der Zwischenprüfungsordnung).

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Hauptstudium

Das Hauptstudium (5.-8. Semester) dient mit seinen Lehrveranstaltungen der regionalen und systematischen Schwerpunktbildung.

Bei Meldung zur Magisterprüfung sind zwei Hauptseminarscheine freier Wahl nachzuweisen.

Bei Anmeldung zur Magisterprüfung muß nachgewiesen werden:

  • Die erfolgreiche Teilnahme an 2 Hauptseminaren im Hauptfach
  • Die erfolgreiche Teilnahme an je einem Hauptseminar in den beiden Nebenfächern
  • Die erfolgreich abgelegte Zwischenprüfung

Die M.A.-Prüfung umfasst:

  • Eine schriftliche Arbeit (Magisterarbeit). [Hinweis zur Magisterarbeit: Alle Examensarbeiten werden von einem Plagiatscanner geprüft. Daher muss die Magisterarbeit nicht nur in gedruckter Form im Prüfungsamt abgegeben, sondern auch als Datei an den Erstgutachter geschickt werden.]
  • Eine Klausur im Hauptfach
  • Eine mündliche Prüfungen in Haupt- und Nebenfächern (Näheres s. M.A.-Prüfungsordnung)

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Magisterprüfung

1. Klausur

Die Magisterprüfungsordnung der LMU sieht vor, dass von den Prüfern zwei Fragen gestellt werden, von denen das Prüfungsamt eine Frage für die schriftliche Klausur auswählt. Allen Hauptfachstudierenden des Fachs Ethnologie werden dieselben beiden Fragen gestellt, unabhängig davon, wer der Prüfer ist. Sinn des Verfahrens ist, dass alle Kandidaten identische Prüfungsbedingungen haben und dass außerdem die Prüfungsleistungen besser vergleichbar sind.

Die erste der beiden Fragen bezieht sich auf einen theoretischen Komplex, die zweite auf einen methodischen Bereich. Die Fragen werden weit gefasst sein und die Möglichkeit bieten, das erworbene Wissen – auch exemplarisch – einzubringen. Dabei können Sie z.B. auch Bezüge zur Ihrer Magisterarbeit oder zu anderen eigenen Schwerpunktthemen herstellen.

Bei der Beantwortung der jeweils ausgewählten Frage soll gezeigt werden, dass man auf dem Hintergrund ethnologischen Theorie- oder Methodenwissens argumentieren und dieses Wissen auf eine Fragestellung anwenden kann. Bei der Themenstellung finden die theoretischen Ansätze und Debatten in der Ethnologie seit den 1970er Jahren besondere Beachtung.

Da es bei der Prüfung nicht auf die Reproduktion bestimmter Lektüre ankommt, wird keine Literaturliste angegeben. Wenn man sich aber mit den üblichen Werken zur Theoriegeschichte und Feldforschungsmethodik vorbereitet, kann man nichts falsch machen.

Zur Orientierung einige Beispielfragen:

Theorie:

  • Clifford Geertz gehört zu den einflussreichsten und weit über das Fach hinaus bekannten Ethnologen. Erläutern Sie, warum Geertz von herausragender Bedeutung ist und stellen Sie seine Hauptthesen vor. Grenzen Sie seinen Ansatz von einer anderen Theorie Ihrer Wahl ab und beziehen Sie selbst Position zum Werk von Geertz.
  • Skizzieren Sie die Theoriegeschichte der Ethnologie im Hinblick auf zugrunde liegende Kulturkonzepte und Forschungsfragen. Erläutern Sie anhand von Beispielen, wie sich das Erkenntnisinteresse und die zugrundeliegenden Theorien wechselseitig beeinflusst haben.
  • Eine gängige Definition lautet: "Kultur - im weiten ethnographischen Sinne des Wortes - (...) ist jenes komplexe Ganze, das Wissen, Glauben, Kunst, Moral, Gesetz, Sitte, Brauch und alle anderen Fähigkeiten und Gewohnheiten einschließt, die der Mensch als Mitglied der Gesellschaft erworben hat" (Edward Burnett Tylor, Primitive Culture, 1871:1). Diskutieren Sie Tylors Kulturbegriff mit Blick auf einen neueren theoretischen Ansatz ihrer Wahl.

Methode:

  • Erläutern Sie die Methoden der ethnographischen Forschung und grenzen Sie diese zu anderen Ansätzen der qualitativen und quantitativen Sozialforschung ab. Diskutieren Sie die Grenzen und Potenziale der ethnographischen Methoden. Legen Sie dar, wie sich die Globalisierung auf die Modifikation der ethnologischen Methoden auswirkte, und diskutieren Sie die neueren Herangehensweisen.
  • Die Feldforschungsmethoden haben sich im letzten halben Jahrhundert in wesentlichen Aspekten verändert, zum Beispiel durch das Ende der Kolonialzeit, das das gesamte Selbstverständnis des Fachs veränderte, durch neue technische Möglichkeiten wie audiovisuelle Dokumentation, aber auch durch die Entstehung neuer Teilbereiche wie zum Beispiel der Ethnologie des Köpers, der Emotionen, der Sinne oder der Cyberanthropologie. Skizzieren Sie diese Veränderungen und illustrieren Sie diese anhand selbst gewählter Beispiele.
  • George Marcus schlägt in seinem Entwurf einer ,multi-sited ethnography' sechs Strategien vor, über die sich das ethnographische ,Feld' als Untersuchungsbereich konstruieren lässt: "Follow the people, follow the thing, follow the metaphor, follow the plot, story, or allegory, follow the life or biography, follow the conflict" (George E. Marcus, Ethnography through thick and thin, 1995:90ff). Vergleichen Sie den Ansatz mit einem anderen Konzept des ethnographischen Feldes.

2. Mündliche Prüfung

In der mündlichen Magisterprüfung werden drei Themen behandelt. Davon ist in der Regel eines das Thema, das in der Klausur nicht bearbeitet wurde. Die beiden anderen Themen werden mit dem Prüfer abgesprochen, wobei sich ein Thema auf eine Region und eins auf einen Gegenstandsbereich der Ethnologie beziehen soll.


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