Ethnologie
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Diana Sherzada, M.A.

Diana Sherzada, M.A.

Lehrbeauftragte

Aufgabengebiet

Forschungsschwerpunkte: Geschlechterforschung, soziale Ungleichheit, Rassismus-, Gender-, Differenzkritik, Migration- und Fluchterfahrung, Subjektbildungsprozesse, Islam

Regionale Schwerpunkte: Afghanistan, Deutschland

Kontakt

Fax: +49 (0) 89 / 2180 - 9602

Sprechstunde:
nach Vereinbarung per Mail

Weitere Informationen

Beginn: WS 08/09

Betreuung: Prof. Dr. Martin Sökefeld

Förderung: nicht beantragt

Promotionsprojekt:

Migration und soziale Praxis-Frauen aus Afghanistan in Deutschland (Arbeitstitel)

Dieses Promotionsprojekt fokussiert Migrationserfahrungen von AkteurInnen aus Afghanistan, die in ihren diskursiven und biographischen Bedingtheiten um Mobilitäten und Zugehörigkeiten vor der Dynamik der deutschen Migrationsgesellschaft verortet und in der Gegenüberstellung von Diskurs und Praxis in ihren Wechselwirkungen auf gegenwärtige Verhandlungsprozesse in Bereichen der Geschlechterbeziehungen, sowie der Anrufungspraktiken von Geschlecht (gender), untersucht werden.

Obgleich sich die afghanische Diaspora in Deutschland als sehr heterogen darstellt, werden aus dem Spektrum medialer und alltagsweltlicher Beschreibungspraxis überwiegend funktionalisierte Geschlechterbilder verhandelt, die in ihrer repräsentationspolitischen Beschaffenheit und Wirkungsweise beteiligte Subjekte in stereotypen Chiffren fragmentiert und verandert. So verdichten sich „Deutungsmuster zu afghanischer Frau“ semantisch verknüpft mit Begriffen wie Ehrenmord, Burqa/Kopftuch, Krieg, Terrorismus oder Unterdrückung in „prekären Identitäten“ zwischen Unmündigkeit, Bedrohung oder Vulnerabilität.

Ausgehend von der Annahme, dass sich im Migrationsprozess Geschlechterarrangements dynamisieren, liegt aus einer praxeologisch-performativen Perspektive der Migration empirischer Schwerpunkt auf sozialer Praxis als Scharnier von Bindung und Verortung an spezifische (historisch gewachsene) Referenzsysteme verräumlichter und verzeitlichter Begehrensökonomien, Subjektivierungstechniken und Beziehungspraktiken um Geschlecht (pardah, patriarchal bargain, gendered geographies of power). Sind einerseits über die Verankerung der (Geschlechts-)Körper und des sozialen Raumes bzw. der relationalen Raumrepräsentation Performanzen und Interpretationen in (Selbst-)Fixierungen der Körper in ihren diskursiven Sozialitäten zu fassen, reflektieren Brüche und Kontinuitäten in individuellen Verläufen des Migrationsprozesses gleichzeitig Handlungsspielräume,  hegemoniale Intentionen und subjektivierende Momente in Feldern der sozialen Machtbeziehungen und Repräsentationsverhältnisse (mutedness, male bias, engendering migration).

Aus einer ethnographischen Perspektive des (Trans)Lokalen werden auf der methodischen Basis biographischer Fallrekonstruktionen, teilnehmender Beobachtung, biographisch-narrativer bzw. leitfadengestützter Interviews mit AkteurInnen, Familien und Experten verschiedene Reichweiten des sozialen Erlebens seit der Einreise nach Deutschland aufgespannt, um vor dieser so problematisierten Kulisse den Blick auf die Dynamik innerhalb der Geschlechterbeziehungen zu öffnen.

 


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