Ethnologie
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Stephanie Salzhuber, M.A.

Stephanie Salzhuber

Doktorandin

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Beginn: Wintersemester 2014

Betreuung: Prof. Dr. Frank Heidemann

Promotionsprojekt

"Das koloniale Erbe Mauritius – Prozesse der Be- und Entmächtigung der Kreolischen Community"

Die Insel Mauritius gilt als multiethnisches Labor, Urlaubsparadies und stabiler afrikanischer Musterstaat im Indischen Ozean, der auf eine bewegte Kolonial-, Sklaverei- und Einwanderungsgeschichte zurückblickt. Gegenstand dieser Arbeit sind die Aushandlungsprozesse des Umgangs mit der kolonialen Vergangenheit und deren Einfluss auf die Kreolischen Community. Im Mittelpunkt steht dabei der Diskurs der „Malaise Creole“, der die Marginalisierung und Stigmatisierung der Kreolischen Community in der ethnisch-basierten Klassengesellschaft Mauritius beschreibt und in welchem koloniale Argumentationsmuster fortgeführt werden. Die Identitätspolitiken der heterogenen Kreolischen Community bewegen sich in einem von kultureller und geschichtlicher Amnesie geprägten Spannungsfeld zwischen Hybridität und kulturellem Pluralismus, der gleichzeitig als starres Korsett wirkt. Dabei sollen das Weiterwirken und die Manifestationen des kolonialen Diskurses in den Identitäten, Psychen und Körpern der Kreolischen Community der Gegenwart aus postkolonialer Perspektive betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach den Lesarten des kolonialen Vergangenheits-Diskurses als Prozess des Traumas und der Entmächtigung oder Strategie der Bemächtigung durch subalterne Identifikationsprozesse.

"The colonial legacy of Mauritius – Strategies of Empowerment and Disempowerment of the Creole Community"

The proposed study aims to explore the effects of the slavery history in Mauritius on identity and body politics of the Creole Community in a postcolonial perspective. In a society where ethnic identity guarantees social participation but cultural hybridity is refused, the Creole Community is marginalized and referred to as “Le Malaise Créole” – a discourse where colonial stereotypes have continuing effects. This raises the question on the impact of the slavery past on psyche, body and identity of the Creole Community. With regard to these effects it shall be discussed whether the discourse on colonialism and slavery could be interpreted as collective trauma and disempowerment or represents a source for subaltern empowerment and resistance.


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